Musik

Über fünf Sinne verfügen wir üblicherweise. All diese Sinne reizen irgendwelche Rezeptoren an der Grenze zwischen Aussen und Innen. Wieviel davon in dem ankommt, was wir gemeinhin als Bewusstsein verstehen, lassen wir einmal dahin gestellt.

Ohren: Dieter Nuhr sagte einmal, dass der Liebe Gott einen gravierenden Fehler gemacht hätte. Das unsere Augen verschließbar seien, aber die Ohren nicht. Aber mag dies wirklich so sein, wenn wir über das Phänomen Musik nachdenken?

Manchmal kommt es mir so vor, als seien die Ohren unmittelbar mit den Gefühlszentren unseres Gehirns verbunden. Auf wie viele unterschiedliche Arten man in der Lage ist, Musik zu hören – das ist unfassbar.

Ein Lied, bei dem in der Regel mehrere unterschiedliche Instrumente beteiligt sind, kann man mindestens auf die Anzahl eben jener Instrumente plus Eins anhören.

Du kannst Dir den Rhythmus des taktangebenden Schlagzeug vergegenwärtigen; Du bemerkst vielleicht, den Grundrhytmus; Du bemerkst die Breaks und Soli, welche gespielt werden; irgendwann bemerkst Du, wann aus dem Grundrhytmus willkürlich ausgebrochen wird. Und Du fragst Dich, wurde wirklich ausgebrochen, oder war dies gewollt.

Du verfolgst den Basslauf! Du fühlst, wie dieser den Rhythmus des Schlagzeuges unterstützt. Irgendwann fragst Du Dich, ob der Bass das Schlagzeug unterstützt, oder sogar den Takt vorgibt. Der Bass verändert sich und verbündet sich mit dem Gitarrensolo! Und wo Du stets die Gitarre im Fokus hattest, bemerkst Du, wieviel der Bass tat.

Die Gitarre fügt sich dem Gesamtbild ein. Es erklingen Riffs, Akkorde – ein Begleitteppich wird erzeugt. Und dann kommt der große Moment. Das Solo der Gitarre schallt wie ein Höhepunkt des Gesamtkunstwerkes! Irgendwie hat es etwas davon, als wäre der ganze Song nur für dieses eine Gitarrensolo geschrieben worden. Orgasmus wird nicht ohne Grund auch als Höhepunkt bezeichnet. Aber wenn Du ein Lied immer und immer wieder anhörst, kommst Du nicht umhin zu erkennen, dass es eine Figur nicht ohne einen Hintergrund geben kann. Die Gestalt wäre nichts, ohne dass Sie in einem Kontext da wäre.

Synthesizer waren die ganze Zeit schon da. Irgendwie hast Du sie nicht bemerkt. Aber sie waren immer da! Und obwohl „Raum“ ein sehr visuelles Wort ist, erzeugen eben diese Instrumente, eben jenen Raum. Es ist der Kontext, indem sich alles abspielt. Für wahr, auch ohne diese elektrischen Sphären, gäbe es alle anderen Instrumente; aber diese Klänge sagen Dir, in welchem Raum sich alles andere entfaltet.

Und vielleicht gibt es auch noch einen Text ….

Beim wiederholten Hören Deiner leidenschaftlichen Lieder, magst Du Dein inneres Mischpult sehr unterschiedlich bedienen, und Du kannst dieses Lied auf so viele unterschiedlichen Weisen hören, die nicht vorstellbar sind.

Ja.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.