Wo ist das Ich?

Gern hätte ich hier einen schönen Beitrag geschrieben. Aber das kann ich aus zwei Gründen nicht: Wenn es nach manchen Hirnforschern geht, haben wir gar kein Ich. Was uns zum zweiten Problem führt: Es gibt dann auch keine Ichs, die diesen Artikel hier lesen werden. Aber was gibt es dann, anstelle eines Ichs? Zumindest ist da unser Gehirn, mit dessen hilfe ich schreibe, und andere Hirne lesen meine Worte. Nicht Ihr Ich, sondern Ihr Gehirn also! Oder wie wäre es mit dem Körper? Schließlich haben wir ja auch ein Bauchhirn. Nehmen wir das alles zusammen, dann haben und sind wir unser Körper. So, damit können wir vielleicht nicht mehr so viel falsch machen. Ups, die systemischen Denkweisen sollten wir auch noch einbeziehen. Für die ist es gar nicht relevant, was da mit und in unserem Körper geschieht, sondern mehr, was zwischen verschiedenen Körpern passiert. Die Elemente eines Systems sind die Kommunikationen zwischen … den Menschen (Luhmann)? Wir haben also kein Ich und wir sind nicht unser Gehirn. Wir sind aber auch nicht die Kommunikation zwischen … Ach, was weiß ICH?

Sind Sie Konstruktivist?

Na? Sind Sie einer, ein Konstruktivist? Wie bitte, was soll das denn sein? Ich gestehe: In philosophischen Gesprächen behaupte ich gerne, ich wäre einer. Was aber nicht heißt, dass ich genau weiß, was das ist. Eigentlich fühle ich mich ja als Systemiker. Doch das klingt noch seltsamer … Der Wissenschaftstheoretiker Matthias Varga von Kibed macht das schlauer. Es sagt von sich: „Ich denk systemischer!“ Als wer? Nein, nicht als wer! Ich denke systemischer als noch zuvor. Doch zurück zum Konstruktivisten. Was könnte solch einen Menschen ausmachen?

Hypnosystemischer Methodentag in Hamburg

Am 14. und 15. Oktober 2016 findet in Hamburg der erste Hypnosystemische Methodentag statt. Eingeladen sind alle hypnosystemisch arbeitenden Therapeuten*innen, Coaches und Berater*innen. Eineinhalb Tage lang geht es um Austausch, Vernetzung und gemeinsames Arbeiten mit hypnosystemischen Methoden.

hypnosystemische Charta

Im Rahmen eines unserer vielen Netzwerktreffen des hypnosystemischen Netzwerkes der sysTelios Klinik für Psychotherapie und psychosomatische Gesundheitsentwicklung in Siedelsbrunn, haben wir eine stichwortartige „Charta“ entwickelt. Für uns die grundlegenden Begriffe und Stichworte, die wir mit dem Hypnosystemischen Ansatz assoziieren. Ich habe aus diesen Wörtern einen Fließtext gemacht, der einen Teil meines hypnosystemischen Denkens wiederspiegelt. Alternativ kann dieser Text auf http://charta.hypnosystemisches-netzwerk-rhein-ruhr.de nachgelesen werden.

Willkommen

In diesem Blog geht um hypnosystemisches Denken, systemisches Denken, NLP und mehr. Hier schreibe ich, wie mir „der Schnabel“ gewachsen ist. Dieser Blog ist zunächst Selbstzweck – und dann „wissensverklärende Unterhaltung“. „Willkommen in meiner Psychose“, würde Richard Bandler wohl sagen. Und weiter sage ich mit Heinz von Foerster: „Wenn Du wissen möchtest, was ich hier geschrieben habe, muss Du Dich das selber fragen! Wenn Du wissen möchtest, was ich zum Ausdruck bringen WOLLTE, dann“ hinterlasse einen Kommentar! [veränderte Anekdote von Gunther Schmidt]

Über die Neutralität von Moderatoren, Supervisoren und Leitungen

Über ein systemisches Xingforum bin ich kürzlich auf folgenden Beitrag gestossen: Die Landkarte der Veränderung Unter anderem folgende Passage fesselte meine Aufmerksamkeit: 1. Der Moderator steht in einem neutralen Verhältnis zu allen Teammitgliedern. 2. Der Moderator taucht selbst in keiner Landkarte auf. 3. Der Moderator kann emphatisch auch auf heikle Themen eingehen. 4. Der Moderator kennt sich mit der Methode aus, hat Coaching-Erfahrung und hat im besten Fall Erfahrung mit dieser Thematik/Methode. Besonders Punkt 2 hat es mir angetan. Warum sollte ein Moderator irgendeiner Methode auf keinen Fall auf solch einer Landkarte erscheinen? Immerhin ist er doch auf Zeit Teil dieses Teams, Teil dieser Landkarte.

Richard Bandler in München – Relaunch

Bandler in Munich – „NLP und Hypnosis: Trance-form your life” – 4 Tage: 21. bis 24.05.2015 Als Mitarbeiter des Verlags zeitgeist Print & Online hatte ich die Möglichkeit, am Seminar „Bandler in Munich – NLP und Hypnosis: Trance-form your life” teilzunehmen, um darüber zu berichten. Richard Bandler ist eine der schillerndsten Personen auf dem „Psychomarkt“. Mit John Grinder entwickelte er das Modell „NLP“, die Abkürzung für „Neuro Linguistisches Programmieren“. Das NLP ist eine Kommunikationsmethode und eine Werkzeugsammlung, die in unterschiedlichen Bereichen – vom Verkauf bis hin zur Psychotherapie –, eingesetzt wird. Bandler selber ist vor allem auch wegen seiner humorvollen und provokativen Art bekannt, beliebt und umstritten. Dieser Erfahrungsbericht ist für alle gedacht, die gerne wissen möchten, wie man sich so ein Seminar mit Richard Bandler vorstellen kann.

Metaphern der Veränderungsarbeit – Chancen und Gefahren

Ein Zeichen ist etwas, das für etwas anderes steht.“ [Alfred Schütz] Ausgehend von einem systemisch kybernetischen Wahrnehmungsmodell sind wir nicht in der Lage, Realität an sich wahrzunehmen. So wie es auch allgemeine Grundlage im NLP ist, verfügen wir über eine innere Repräsentation der äußeren Welt. Inwiefern diese innere Landkarte mit dieser äußeren Welt zusammenpasst, ist eine Frage der Viabilität. Wie der Matrose in einem U-Boot, schauen wir auf unser Echolot (unsere Landkarte) um uns durch das Meer unserer Welt zu navigieren. Der Matrose hat jedoch uns gegenüber den Vorteil: er scheint nicht dazu verleitet zu sein, sein Echolot mit der Realität zu verwechseln. „Die Landkarte ist nicht das Gebiet dass sie beschreibt!“ [Alfred Korzybski]

Überlegungen zu Körper und Geist

Immer wieder fällt der Name René Descartes, wenn man über die Spaltung von Körper und Geist diskutiert. Er war es angeblich, der für diese Spaltung, welche so tief in unseren Glaubenssystemen verwurzelt ist, verantwortlich zeichnet. Ich befürchte, auch ich werde die Paradoxien zu und das Verständnis von Körper und Geist nicht auflösen oder klären können, möchte aber einige Gedankengänge und Konsequenzen dazu aufzeigen. Zunächst zwei mögliche entgegengesetzte Auffassungen als Ausgangspunkte der folgenden Ideen: Materialismus: Geist ist ausschließlich die Konsequenz neurophysiologischer Aktivitäten Metaphysik: Geist ist etwas ganz Eigenständiges, wenn auch nicht ganz unabhängig von körperlichen Aktivitäten