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selbst organisations entwicklung

Zugegebenermaßen ein recht langes Wort. Trotzdem war ich erstaunt, dass sich vor mir noch niemand dieses Wort als Domain gesichert hat. Umso schöner für mich. Drückt dieses Wort so sehr viel mehr aus, als es seine Länge allein schon her gibt.

Wir finden darin das „Selbst“. Kann ich ES doch als mein „Ich“ ansehen, als die vermeintlich steuernde Einheit meines Geistes. Oder als das Selbst hinter dem ICH, als das Unbewusste. Oder repräsentativ für meine gesamte Persönlichkeit an sich. Organisation, als der Teil meines Geistes, der das große Ganze sehen kann. Die Organisation meines Inneren, der die Harmonie all meiner Teile organisiert. Und welch schöneres Wort kann es geben, als Entwicklung. Verstanden durchaus in mindestens zwei Richtungen. Das sich Weiterentwickeln meiner Selbst, meines Lebens, meiner Persönlichkeit, meines Kontextes, meiner Welt. Aber auch das ent wickeln meiner Verknotungen, Verspannungen, schlicht meiner persönlichen Themen – und auch das ent wickeln meiner Beziehungsgeflechte. Das führt zu einer Organisationsentwicklung im Makrobereich: für ein Team, eine Abteilung, einen Bereich, einer Organisation. Und dies führt zu einer Entwicklung im Mikrobereich: meiner inneren Welt, die doch auch die äussere ist. Und all dies funktioniert wohl nach den zum Teil unbekannten „Gesetzen“ der Selbstorganisation!

„Selbstorganisierende Systeme sind selbstreferentiell und weisen eine operationale Geschlossenheit auf“ – Wikipedia. Die Biologen Maturana und Varela bezeichnen dies als Autopoiese. Für sie ist dies die Definition von „Lebens“ an sich, der Unterschied zwischen belebter und unbelebter Natur. Von Leben spricht man, wenn sich etwas selbst erzeugt. So tun dies Zellen. Sie teilen sich, aus sich selber heraus. Selbstorganisation passiert aber stets um ein Ziel herum, einen Attraktor. Bei Lebewesen ist es meist das Überleben eines selbst. Soziale Systeme sind ebenfalls selbstorganisatorisch. Da das Überleben z.B. eines Teams oder einer Organisation nicht unbedingt im Vordergrund stehen muss, benötigt es eines weiteren, oder sogar mehrerer Attraktoren, damit sich dieses soziale System optimal selbstorganisieren kann. Dies kann eine gute Führung sein; dies kann aber auch mit und ohne Führung ein rein selbstorganisatorischer Prozess sein. Das benötigt dann Vertrauen in die Selbstorganisation (Mechtild Reinhard) – von Seiten der Führung, und jedem Teammitglied. Attraktoren ergeben sich aus den Grundbedürfnissen der Teile eines solchen Systems. Sie können aus der Resilienzforschung entnommen werden.

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