Realität? Was soll das denn sein?

Realität gibt es nicht − und schon gar nicht eine einzige.

Sie glauben dennoch, Sie könnten so etwas wie Realität erfassen? Nur zu, der Glaube daran kann mitunter recht nützlich sein. Denn Glaubenssätze strukturieren unsere Weltbilder – wir wollen ja schließlich nicht nur verwirrt “durch die Gegend laufen”.

Trotzdem bleibt die Vorstellung von einer singulären Realität naiv, wenn nicht gar blödsinnig.

Und sie führte schon zum Tode Abermilliarder Menschen. Denn gäbe es eine (einzige) Wahrheit über eine (einzige) Realität, so müssten alle, die eine jeweils andere Weltsicht haben, überzeugt werden, und das machen wir Menschen auch gerne einmal mit Waffengewalt. Klingt zu dramatisch? Ist es aber nicht: „Der Anspruch auf objektives Wissen ist eine Forderung nach absolutem Gehorsam”. (Umberto Maturana).

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Einheit, Dualität und Paradoxie

22Im Spielfilm „Next“ mit Nicolas Cage erzählt der Hauptdarsteller einen Witz: „Was bestellt ein Zen-Meister in der Baguetteria? – Eins mit Allem!“ Ein schönes Beispiel dafür, dass wir Sprache nicht nur benutzen, sondern förmlich in ihr sind. Dabei sind wir zwar durch Regeln begrenzt, können jedoch durch Verletzung ebendieser die Möglichkeiten fast unbegrenzt erweitern. Natürlich ist für uns nicht alles umsetzbar, was grundsätzlich mit Sprache ausgedrückt werden kann: Eine Wand etwa mögen wir durchaus als durchlässig beschreiben, hindurchgehen können wir indes nicht. Unsere Sprache lässt also deutlich mehr zu, als uns die sogenannte Realität gestattet. Dadurch kann es zu interessanten Paradoxien und Widersprüchen kommen. Continue reading “Einheit, Dualität und Paradoxie”

Wo ist das Ich?

Gern hätte ich hier einen schönen Beitrag geschrieben. Aber das kann ich aus zwei Gründen nicht: Wenn es nach manchen Hirnforschern geht, haben wir gar kein Ich. Was uns zum zweiten Problem führt: Es gibt dann auch keine Ichs, die diesen Artikel hier lesen werden. Aber was gibt es dann, anstelle eines Ichs?

Zumindest ist da unser Gehirn, mit dessen hilfe ich schreibe, und andere Hirne lesen meine Worte. Nicht Ihr Ich, sondern Ihr Gehirn also! Oder wie wäre es mit dem Körper? Schließlich haben wir ja auch ein Bauchhirn. Nehmen wir das alles zusammen, dann haben und sind wir unser Körper. So, damit können wir vielleicht nicht mehr so viel falsch machen.

Ups, die systemischen Denkweisen sollten wir auch noch einbeziehen. Für die ist es gar nicht relevant, was da mit und in unserem Körper geschieht, sondern mehr, was zwischen verschiedenen Körpern passiert. Die Elemente eines Systems sind die Kommunikationen zwischen … den Menschen (Luhmann)? Wir haben also kein Ich und wir sind nicht unser Gehirn. Wir sind aber auch nicht die Kommunikation zwischen … Ach, was weiß ICH? Continue reading “Wo ist das Ich?”