Links, Grün, Scholz, Lindner

Kommentar zu Anne Will | 25.08.2019 |: https://www.youtube.com/watch?v=H2HpHgbwGGI

Oje was man sich so zwischendurch antut. Obige Sendung schaute / hörte ich mir gestern vor dem Einschlafen an. Und die Argumentationen und Satzkonstruktionen von Olaf Scholz waren wirklich hilfreich dabei.

Ehrlich gesagt muss man sich meines Erachtens überlegen, ob eine mögliche Wahl des Herrn Scholz zum SPD Vorsitzenden nicht fast ein Grund zum Austritt darstellt. Sehr peinlich, leider. Thema war hier unter anderem, dass er sich mit Klara Geywitz für den Parteivorsitz der SPD bewirbt. Hatte er früher noch völlig ausgeschlossen dies zu tun, war sein Argument, dass der gleichzeitige Posten als Finanzminister eine zu große Arbeitsbelastung wäre. Er hätte dann nicht die Möglichkeit, sich für beide Ämter gleich engagiert einzusetzen. Weiter noch… Anne Will: “Herr Scholz, was gilt Ihr Wort noch?”. Olaf: “Mein Wort gilt viel.” Er hätte seine Meinung geändert, da er als langjähriges SPD Mitglied nicht mehr ertragen könne, wie mit der SPD umgegangen werde. Es gelte zwar noch immer, was er früher gesagt hätte, dennoch sei sein Meinungswechsel das Richtige für die SPD und für dieses Land.

Typisch, wie man viel Worte benutzen kann, ohne wirklich etwas zu sagen. Traurig, da ich befürchte, dass man mit so einem “Rumgestammel” nicht wirklich Menschen wieder neu überzeugen kann, an die SPD zu glauben.

Will: “Dann haben Sie im Juni einen Fehler gemacht, dass sie sich so festgelegt haben?” Scholz: “Das kann man so sehen; auf jeden Fall habe ich das damals so gemeint; und ich habe meine Meinung geändert, das ist nicht die gleiche, ich habe die Entscheidung, die ich damals getroffen habe, korrigiert, weil ich finde, ich könnte es nicht verantworten, es nicht zu tun (die Bewerbung um den Parteivorsitz).”. Also diese Satzkonstruktionen, sehr verschachtelt, viele doppelte Negationen, so dass der Durchschnittsverstand wahrscheinlich irgendwann aufgibt, den Sinn dahinter verstehen zu wollen. Warum kann so ein Mensch nicht einfach sagen: “Ich habe mich damals zu sehr festgelegt; ich hätte nicht gedacht, dass ich meine Meinung einmal ändern könnte; und so ist es jetzt nun mal gekommen”. Eigentlich eine einfache Kiste.

So hatte er damals seine Nichtbewerbung begründet: Die Doppelbelastung durch zwei solcher Ämter führe dazu, dass man nur noch ein Politikdarsteller würde, der alle Ämter annimmt, die er bekommt, aber keinem gerecht werden kann. “Man macht das Amt und das Amt, und in Wirklichkeit macht man gar nichts!” Übrigens hatte er damals die Trauer darüber, dass Andrea Nahles gegangen ist nicht in den “Knochen”, sondern in den Kleidern. Sehr vorausschauend: seine Kleider kann man nämlich tauschen, die Knochen nicht. Er findet übrigens auch, dass selbst die Deutschen, die die SPD noch nie gewählt haben, sehr traurig sind, wenn die SPD keine Stärke mehr hätte.

Ich kann nur empfehlen, das Video auf keinen Fall nicht nicht anzuschauen!

Aber Mr. Lindner darf auch nicht fehlen. Das ist nämlich der Vorsitzende derjenigen Partei, die inzwischen völlig überflüssig geworden ist. Da der Neoliberalismus der Standard in den großen Volksparteien ist, ja leider auch in der bisherigen SPD, ist die FDP obsolet geworden. Lustig nicht? Obwohl “Neo” – doch schon überaltert! Mr. Lindner fragt, was Scholz denn konkret an Inhalten möchte. Und nicht nur das; sondern vor allem im Hinblick darauf, dass Mr. Lindner davon ausgeht, dass die SPD mittlerweile linker als die Linken und grüner als die Grünen sei. Seiner Meinung nach, bräuchte man dann eine SPD nicht mehr.Wunderbar. Da schreit es in mir.

Das ist selbstverständlich Hetze gegen jeden Gerechtigkeitsgedanken, den irgendeine Partei überhaupt haben kann. Mindestlohn, Pläne für eine Vermögenssteuer, solches wird heute schon als linkes Denken angesehen. Sich auch für ökologische Fragen einzusetzen, gilt bei ihm schon als grünes Denken. Als wenn diese beiden Themen aktuell nicht die wichtigsten wären, mit denen wir es zurzeit zu tun hätten. Die immer weiter wachsende Schere zwischen Arm und Reich könnte eines der größten Konfliktpotentiale in den nächsten 10 Jahren sein. Unsere Umweltprobleme könnten in den nächsten 50 Jahren dafür sorgen, dass wir gar keinen Planeten mehr haben werden. Jeder Partei, die sich nicht zentral mit diesen beiden Themen auseinandersetzt, läuft total an der Realität vorbei.

Mr. Lindner ist ein Überbleibsel vergessener Zeiten mit seinen Themen. Wenn die SPD nach ihrer bevorstehenden Wahl der neuen Vorsitzenden nicht radikal ihr Programm verändert, könnte sie sich bald zu Mr. Lindner gesellen. Ich höre jetzt schon das Gelächter der AfD.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.