Realität? Was soll das denn sein?

Realität gibt es nicht − und schon gar nicht eine einzige.

Sie glauben dennoch, Sie könnten so etwas wie Realität erfassen? Nur zu, der Glaube daran kann mitunter recht nützlich sein. Denn Glaubenssätze strukturieren unsere Weltbilder – wir wollen ja schließlich nicht nur verwirrt “durch die Gegend laufen”.

Trotzdem bleibt die Vorstellung von einer singulären Realität naiv, wenn nicht gar blödsinnig.

Und sie führte schon zum Tode Abermilliarder Menschen. Denn gäbe es eine (einzige) Wahrheit über eine (einzige) Realität, so müssten alle, die eine jeweils andere Weltsicht haben, überzeugt werden, und das machen wir Menschen auch gerne einmal mit Waffengewalt. Klingt zu dramatisch? Ist es aber nicht: „Der Anspruch auf objektives Wissen ist eine Forderung nach absolutem Gehorsam”. (Umberto Maturana).

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Epistemologie für Fußgänger

Der erste Schluck aus dem Becher der Natur führt zum Atheismus, aber auf dem Grund wartet Gott. [Werner Heisenberg]

Zu denken, dass die Dinge so sind, wie ich sie wahrnehme, bezeichnete Paul Tholey als naiven Realismus.

Zu glauben, dass es eine allgemeingültige Wahrheit gibt, bezeichnete Ernst von Glasersfeld als die Wurzel allen Übels.

Warum wollen uns diese Wissenschaftler eigentlich das madig machen, was wir als gemeinsam geteilte Realität bezeichnen? Es würde doch keiner bestreiten dass der Tisch an dem ich dass hier gerade schreibe, für alle derselbe sein muss.

Es kann “kein System von Aussagen in sich selbst in dem Sinne geschlossen sein, dass es seine eigenen Axiome erklärt und sich nicht selbst widerspricht”. [Gödels Unvollständigkeitssatz]

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Epistemologie und Webentwicklung: Erkenntnistheorie und Webdesign

Was haben Erkenntnistheorie und Webentwicklung, bzw. Internetseiten gemeinsam? Nichts, denken Sie? Aber tatsächlich wesentlich mehr, als man annehmen mag. Zu diesem Zweck wird es zunächst etwas trocken, falls Sie sich so gar nicht für Webseitenerstellen interessieren. Aber bleiben Sie vielleicht dennoch dran… Continue reading “Epistemologie und Webentwicklung: Erkenntnistheorie und Webdesign”

Wo ist das Ich?

Gern hätte ich hier einen schönen Beitrag geschrieben. Aber das kann ich aus zwei Gründen nicht: Wenn es nach manchen Hirnforschern geht, haben wir gar kein Ich. Was uns zum zweiten Problem führt: Es gibt dann auch keine Ichs, die diesen Artikel hier lesen werden. Aber was gibt es dann, anstelle eines Ichs?

Zumindest ist da unser Gehirn, mit dessen hilfe ich schreibe, und andere Hirne lesen meine Worte. Nicht Ihr Ich, sondern Ihr Gehirn also! Oder wie wäre es mit dem Körper? Schließlich haben wir ja auch ein Bauchhirn. Nehmen wir das alles zusammen, dann haben und sind wir unser Körper. So, damit können wir vielleicht nicht mehr so viel falsch machen.

Ups, die systemischen Denkweisen sollten wir auch noch einbeziehen. Für die ist es gar nicht relevant, was da mit und in unserem Körper geschieht, sondern mehr, was zwischen verschiedenen Körpern passiert. Die Elemente eines Systems sind die Kommunikationen zwischen … den Menschen (Luhmann)? Wir haben also kein Ich und wir sind nicht unser Gehirn. Wir sind aber auch nicht die Kommunikation zwischen … Ach, was weiß ICH? Continue reading “Wo ist das Ich?”

Willkommen in Deutschland

Vom Münchner Forum für Islam gibt es eine “Willkommenschrift” mit dem Titel: “Willkommen in Deutschland” – Wegweisung für muslimische Migranten zu einem gelingenden Miteinander in Deutschland. Neben ein bis zwei durchaus nützlichen Informationen, stehen aber auch Formulierungen darin, die möglicherweise noch von Stoiber selber geschrieben sind. Continue reading “Willkommen in Deutschland”

Amtswahnsinn, Kostenlosigkeit, Migration

Ein Lächeln kostet nichts; auch Freundlichkeit kostet nichts. Im Gegenteil: Man gewinnt sogar, weil statistisch die Wahrscheinlichkeit groß ist, Gleiches zurück zu bekommen. Und dabei spielt es keine Rolle ob Du Deutscher oder Migrant bist.

Ich betreue zurzeit einen sehr netten und freundlichen Mann. Er kommt ursprünglich aus Syrien und lebt nun seit fast zwei Jahren mit seiner Frau und seinen Kindern hier. Er hat einen hier anerkannten Doktorgrad im Bereich der Ingenieurswissenschaften und verbessert bei uns seine Deutschkenntnisse, die wirklich schon recht gut sind. Aber er möchte sich weiter verbessern und hofft einen Job zu finden, wobei ich ihm helfe. Continue reading “Amtswahnsinn, Kostenlosigkeit, Migration”

Von 1984 zu einer schnöden neuen Welt

Aktuell lese ich seit langem mal wieder “Münchhausens Zopf” von Paul Watzlawick. Da gibt es ein schönes Abschlusskapitel, in dem es u. a. um die “Zukunft der Kommunikation” geht. Interessant aus heutiger Sicht, wenn man bedenkt, das dieses schöne Büchlein von 1988 ist. In jenem Kapitel wird Neil Postman zitiert, der auf Huxleys “Schöne neue Welt” Bezug nimmt:

“Huxley hat gezeigt, daß im technischen Zeitalter die kulturelle Verwüstung weit häufiger die Maske grinsender Betulichkeit trägt, als die des Argwohns oder des Hasses. In Huxleys Prophezeiungen ist der große Bruder gar nicht erpicht darauf, uns zu sehen. Wir sind darauf erpicht, ihn zu sehen. Wächter, Gefängnistore oder Wahrheitsministerien sind unnötig …”

Dies löste doch einige Gedanken in mir aus: Continue reading “Von 1984 zu einer schnöden neuen Welt”

Richard Bandler in München – Relaunch

Bandler in Munich – „NLP und Hypnosis: Trance-form your life” – 4 Tage: 21. bis 24.05.2015

Als Mitarbeiter des Verlags zeitgeist Print & Online hatte ich die Möglichkeit, am Seminar „Bandler in Munich – NLP und Hypnosis: Trance-form your life” teilzunehmen, um darüber zu berichten.

Richard Bandler ist eine der schillerndsten Personen auf dem „Psychomarkt“. Mit John Grinder entwickelte er das Modell „NLP“, die Abkürzung für „Neuro Linguistisches Programmieren“. Das NLP ist eine Kommunikationsmethode und eine Werkzeugsammlung, die in unterschiedlichen Bereichen – vom Verkauf bis hin zur Psychotherapie –, eingesetzt wird. Bandler selber ist vor allem auch wegen seiner humorvollen und provokativen Art bekannt, beliebt und umstritten. Dieser Erfahrungsbericht ist für alle gedacht, die gerne wissen möchten, wie man sich so ein Seminar mit Richard Bandler vorstellen kann.

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Über Flaggen und arme Deutsche

Deutschland steht im Finale der Fußballweltmeisterschaft! Und der Endspielgegner lautet Argentinien. Wer hätte das im Vorfeld so gedacht?

Ja, auch ich schaue alle zwei Jahre in die beiden großen Turniere rein. Fußballzeit ist ja auch immer eine Zeit des Nationalstolzes, in der man als Deutscher endlich mal Flagge zeigen und die Nationalhymne trällern darf. Aber auch eine Zeit, in der man den wundersamsten Diskussionen in deutschen Kneipen beiwohnen kann. In dem Stile etwa:

“Ich würde alle Fußballspieler rausschmeißen, die nicht bereit oder fähig sind, unsere Nationalhymne mitzusingen!” Oder: ” Wir Deutsche sind ja sowieso immer die Blöden. Die einzigen, die sich für ihre Nationalität schämen müssen. Und sagst du mal was gegen Ausländer, bist du gleich ein Rassist!”

Mein Gedankenkarussell begann sich zu drehen. Sollte ich antworten? Etwas in mir nötigte mich förmlich, also entgegnete ich: Continue reading “Über Flaggen und arme Deutsche”

Buchrezension: “Einführung in die eigenen Gedanken”

„Einführung in die eigenen Gedanken“ von Carl Auer, Carl-Auer Verlag Heidelberg, mittlerweile in der 2. Auflage, Preis: 4 Euro*

Um den Autor dieses kleinen Büchleins ranken sich viele Geschichten. Böse Zungen behaupten sogar, es gäbe diesen Carl Auer, nach welchem der gleichnamige Verlag benannt ist, gar nicht. Da in jenem Verlag sehr viele Bücher aus dem Milieu der Systemiker und Konstruktivisten veröffentlicht werden, mag diese Frage auch gar nicht eindeutig zu beantworten sein. Allein dies macht das Buch schon lesenswert. Aber nicht nur das. Continue reading “Buchrezension: “Einführung in die eigenen Gedanken””