Die konstruktivistische Kinderbibel – eine Marktlücke?

Vor allem meine Tochter ist wie ich an Spiritualität und Religion interessiert. Sie geht furchtbar gerne in Kirchen. Der Kindergarten war katholisch und die Schule ist es auch. Also kauften meine Frau und ich eine Kinderbibel. Ein tolles Buch, schöne Bilder und ein prima Format. Abends vor dem Einschlafen lese ich ihr oft vor. Aber was ich dann entdeckte, schockierte mich, obwohl es mich hätte nicht schockieren dürfen. Ich kannte doch schon die Geschichten. Aber die dort dokumentierte Brutalität war es nicht alleine, die mir Sorgen machte.

Also entstand ein Konflikt in mir. Wir hatten zu Hause immer entschieden, dass wir unsere Kinder sehr frei erziehen. Sie sollen mit allen Religionen konfrontiert werden. Sie sollen selber fähig werden, irgendwann einmal ihre eigene Haltung und Entscheidungsfähigkeit zu erlangen.

Aber konnte ich meiner Tochter diese Dinge guten Gewissens vorlesen? Ganz auf die Geschichten verzichten wollten wir aber auch nicht.

Also entschied ich mich, sie ihr anders vorzulesen, als die Texte dies hergeben. Einige Beispiele: „Die konstruktivistische Kinderbibel – eine Marktlücke?“ weiterlesen

Sibylle Lewitscharoff und ihre Sprachspiele

Bei ihrer Rede am 2. März im Dresdner Staatsschauspiel reihte sich Sibylle Lewitscharoff erfolgreich in die elitäre Riege der verbalen Entgleiser ein. Im Politischen Feuilleton des Senders „Dradio Kultur“ vom 24.03.2014 bemängelte der Feuilletonist Christian Schüle die mangelhafte inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Thema „Künstliche Befruchtung“, um die es in dieser Rede ging. Vielmehr regen sich die Leute über die unglückliche Wortwahl Lewitscharoffs auf, um nur wenig später sowieso von Uli Hoeneß abgelenkt zu werden.

Harald Martenstein vom Tagesspiegel ist gar der Meinung, dass es heute „christliche oder konservative Positionen [sind], die im Chor niedergebrüllt werden.“

Aber was regt uns denn derart auf an ihrer Rede? „Sibylle Lewitscharoff und ihre Sprachspiele“ weiterlesen

Homo Optikus

Als treuer „Deutschland Radio Kultur“-Hörer war ich begeistert, endlich mal wieder einem Beitrag zum Thema Wahrnehmungspsychologie lauschen zu dürfen. Umso enttäuschter war ich hinterher.

Es handelte sich dabei um ein Interview mit dem Psychologen Prof. Dr. Markus Kiefer (Director of the Section for Cognitive Electrophysiology an der Uni Ulm) und dessen Auffassung darüber, wie der alltägliche Gebrauch von Smartphones und Digitalkameras unsere Wahrnehmung beeinflusst, nämlich negativ. „Homo Optikus“ weiterlesen

Quantenmechanik und Esoterik

Bezugnehmend auf einen sehr empfehlenswerten Artikel auf zeitgeist-online.de, reizt es mich trotz, oder gerade wegen der Begeisterung für dieses Thema, eigene kritische Anmerkungen zu schreiben. Wir werden in den nächsten Zeilen bemerken, ob und wie gut mir dies gelingt. Die Quantenmechanik ist mittlerweile zur neuen Esoterik mutiert. Sie ist in aller Munde und wird für jegliches Anliegen “missbraucht”.

Die aktuelle Wissenschaft, wenn es diese denn überhaupt gib (bei all den unterschiedlichen, bis gegensätzlichen Meinungen) scheint bis zu einem gewissen Grade blockiert zu sein. Dies betrifft nicht die pragmatischen Erfolge in der Entwicklung von Technik: Computer, Laser, LCD und LED, u.v.m, welche unbestreitbar vorhanden sind. Dennoch ist dies kein Grund, Wissenschaft zu verabsolutieren, geschweige denn davon auszugehen, dass Wissenschaft in der Lage wäre, Wirklichkeit zu erkennen oder abzubilden. Der pragmatische Erfolg lässt erkenntnistheoretisch lediglich die Aussage zu, dass wir ein wissenschaftliches Modell als zweckdienlich, innerhalb eines bestimmten Kontextes begreifen dürfen – nicht mehr und nicht weniger. „Quantenmechanik und Esoterik“ weiterlesen