Der Markt regelt das

Mister Lindner ist ja ein sehr guter Freund vom Markt. Die beiden kennen sich schon lange und haben vieles gemeinsam erlebt. Christian möchte auch, dass sich sein bester Freund sehr frei entwickeln kann. Einschränkungen dieses Marktes hält er für eine Einschränkung der Freiheit; nicht nur der des Marktes, sondern für alle Menschen überhaupt. Und Recht hat er: unsere Freiheit darf nicht eingeschränkt werden. Das entspräche einer Zerstörung unserer Demokratie.

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Aber spielen wir dieses Szenario doch einmal durch. Manchmal bin ich nicht sicher, ob Mister Lindner nicht vielleicht doch Recht hat. Alles sollte dem Markt unterworfen werden! Es darf keinerlei Einschränkungen durch diesen alles regeln wollenden Staat geben! Aber wie erreichen wir eine solche Freiheit?

Kein Kartellamt mehr. Auch keine Steuern mehr. Keine Regeln im marktwirtschaftlichen Miteinander mehr. Keine Subventionen mehr – die werden von gelben Menschen leider oft vergessen, denn auch diese verfälschen den freien Wettbewerb.

Hui, ich fühle mich damit schon viel freier! Sie nicht auch?

Wir sollten auch noch das ganze Sozialversicherungssystem abschaffen. ZWANGSVERSICHERUNG – ist das mit Freiheit überhaupt vereinbar? Ich möchte schon auch selbst die Freiheit haben zu entscheiden, für oder gegen was ich mich versichere. Die meisten Leute haben doch sowieso Angst vorm Zahnarzt und gehen da trotz Krankenversicherung nicht hin.

Wie sieht es denn mit Schulen aus? Wir finanzieren diese schlechten Schulen doch alle mit. Stell Dir vor, Du bekommst für Deine Arbeit „Brutto wie Netto“, dann wäre doch genug Geld übrig, um Dir Deine Wunschschule für Deine Kinder zu bezahlen. Oder überhaupt: Da Du jetzt frei wärest, hättest Du die Wahl, ob Deine Kinder zur Schule gehen sollen, oder nicht.

Öffentliche Verwaltung: Behandeln die Dich derzeit wie Kunden? Nein, wohl die wenigsten. Stell Dir vor, diese wären moderne Dienstleistungsunternehmen. Auf einmal würdest Du wie ein Mensch behandelt.

Politiker*innen: bräuchten wir Dich, Mister Lindner, überhaupt noch? Brauchen wir dann noch eine Legislative? Judikative und Exekutive könnte man doch auch ganz toll Deinem Markt unterwerfen. Hätten wir Dein Wunschsystem erst einmal umgesetzt, könntest Du weiter erfolgreich an Deiner Unternehmerkarriere arbeiten. Gerüchteweise hat das ja in der Vergangenheit auch super geklappt.

Ampeln? Die schränken doch auch ungemein meine Freiheit ein. Lassen wir das doch auch den Markt regeln. Für einen Euro bekommst Du eine Grünphase.

Oder Heiko Kleve? Endlich werden Sozialarbeiter*innen, Krankenpfleger*innen und Altenpfleger*innen gut bezahlt. Die Nachfrage bestimmt doch den Preis? Witziger Gedanke: Die*der Sozialpädagoge*in auf Augenhöhe mit Elon Musk!


Hallo Christian, jetzt einmal nur unter uns. Hört ja jetzt kein anderer zu. In Wirklichkeit bist du ein Wirtschaftsliberaldiktateur. Du willst gar nicht alles dem Markt unterwerfen, sondern nur diejenigen Dinge, die dem FDP Klientel lieb sind. Ein böses Wort? Was ist ein Diktatuer? (Ich habe übrigens an dieser Stelle mit Absicht die nur männliche Form gewählt!)

Du willst die Diktatur des Marktes. Damit willst Du, dass der Markt meine Freiheit einschränken darf. Diese Ziele entsprechen einer Inhumanisierung. Nicht mehr Menschen sollen meine Freiheit an der Stelle einschränken, wo meine Freiheit, die Freiheit der anderen einschränkt. An die Stelle der Gemeinschaft, willst Du den Markt! An die Stelle der Solidarität, willst Du den Markt.

Würdest Du Deine Ziele auf weiße Menschen und auf unser Land begrenzen, wärst Du sogar ein Faschist. Schade, gerne hätte ich Dich so genannt.

Aber, da wir ja unter uns sind, sollten wir auch weiter offen über die Tatsachen sprechen dürfen, oder? Ich befürchte, Du gehörst zu den Handlangern des Abschaums unserer Gesellschaft.

Hierunter verstehe ich diejenigen Menschen, die am Elend anderer Menschen ihre Gewinnmaximierung betreiben. Menschen die sich an Kriegen bereichern, an gesundheitlichen Notständen, an Coronamasken, an verhungernden Kindern; die gegen ganze Länder und Nationen wetten dürfen!

Deine Politik unterstützt diese Blutegel. Dafür gibt es eigentlich nur einen Satz, der leider von einem Menschen stammt, der mittlerweile zu Deiner Kaste gehört: „Mit Verlaub, Sie sind ein A…..!“

Nachtrag: Ich wollte selbstverständlich nicht Christian Lindner persönlich beleidigen. Sein Name gilt in Sinne eines Pseudonyms hier als Metapher. Stattdessen hätte ich auch: Olaf Scholz, Angela Merkel, Gerhard Schröder, Friedrich Merz, unendlich fortführend, schreiben können ….

Scholz tritt aus der SPD aus

Sehr geehrter Herr Scholz, ich bitte Sie hiermit, aus der SPD auszutreten. Und damit meine ich nicht nur Sie persönlich, sondern alle SPD Mitglieder, die sich von den Ideen eines demokratischen Sozialismus entfernt haben.

#wirrettendiespd

Sie alle sind ganz bestimmt sehr gute Politiker. Sie machen halt nur eine Politik, die nichts mit den Werten und Grundsätzen der SPD zu tun hat. Besser aufgehoben sind Sie alle in der CDU oder FDP. Ich bin mir sehr sicher, dass diese Sie aufnehmen werden. Vielleicht können Sie ja dort sogar Kanzler bleiben.

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Revision zu: Corona-Maßnahmen – oder: Das Scheitern der Kontroll-Hybris

Den ursprünglichen Artikel von Heiko Kleve findet Ihr hier: https://www.carl-auer.de/magazin/komplexe/corona-massnahmen-oder-das-scheitern-der-kontroll-hybris

Heiko Kleve beginnt zunächst mit einigen „Grundlagen“ systemischer Betrachtungsweisen, denen ich auch gar nicht widersprechen möchte.

Komplexe Systeme, in denen Menschen mit ihren biologischen, psychischen und sozialen Aspekten einbezogen sind, lassen sich nicht determinieren, also nicht im Sinne des klassischen Ursache-/Wirkungsdenkens gestalten. 

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Brief an einen Freund

Vor wenigen Monaten habe ich Dich auf allen meinen Kanälen blockiert. Mail, Telefonnummer und was es sonst noch so gibt. Ich hatte es Dir nicht angekündigt, auch nicht im Vorhinein informiert. Es war ein harmloses Video, welches Du mir über WhatsApp zugesendet hast, was mich so agieren ließ.

Lieber „Ernst“,

nun werde ich hier ein paar Jahrzehnte Geschichte von uns, auch wenn nur kurz, reflektieren. Immerhin zeigt es mir, dass Du mir nicht egal bist. Wie auch immer.

Vor wenigen Monaten habe ich Dich auf allen meinen Kanälen blockiert. Mail, Telefonnummer und was es sonst noch so gibt. Ich hatte es Dir nicht angekündigt, auch nicht im Vorhinein informiert. Es war ein harmloses Video, welches Du mir über WhatsApp zugesendet hast, was mich so agieren ließ.

Wie kam das alles?

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Arbeiten in einem dankbaren Beruf

Ausnahmsweise poste ich in diesem Beitrag einmal eine Stellenausschreibung. Es scheint doch offensichtlich so zu sein, dass sich nur wenige Sozialarbeiter*innen oder Sozialpädagog*innen für den Beruf des*der rechtlichen Betreuer*in interessieren.

Ich kann nur mutmaßen warum dies so ist. Wir haben wohl den Ruf einer hohen Arbeitsverdichtung. Manche denken auch, wir seien nicht so nah an den Klienten dran. Wenn wir mal in den Medien sind, dann meist, weil wir vielleicht nicht gut gearbeitet haben sollen.

Dabei sind unsere Tätigkeiten sehr abwechslungsreich. Wir vertreten unsere Klienten gerichtlich und aussergerichtlich. Wir eruieren mit den Klienten zusammen und auf Augenhöhe den genauen Hilfebedarf und anschliessend sorgen wir dafür, dass diese Hilfen auch zur Verfügung gestellt werden. Wir setzen uns für die Rechten unserer Betreuten ein. Zumindest machen wir dies im Betreuungsverein der AWO KV Wesel e.V. so.

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Beratung als Prozess der Veränderung durch einen kommunikations-strategischen Ansatz

1997 reichte ich meine Diplomarbeit mit obigem Titel an der Fachhochschule Bielefeld ein. Das gedruckte Werk lag nun eine ganze Weile in meinem Keller und kam mir jüngst beim Aufräumen in die „Quere“. Da ich parallel Urlaub hatte, hatte ich damit meine Strandlektüre.

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Schwurbler

Vor ein paar Jahren war ich mit einem Blog und ein paar wenigen Artikeln auf der Plattform zeitgeist-online.de aktiv. Zeitweise gehörte ich sogar zum sogenannten Redaktionsteam, zumindest auf dem Papier. Aktuell habe ich den Redakteur gebeten, alle meine Beiträge und meinen Blog zu löschen. Gründe waren min. zwei Onlineartikel, die zwar von sich behaupten, keine Verschwörungstheorien zu sein, meines Erachtens jedoch etwas anderes bei Lesern auslösen. Hier also nutze ich diesen Artikel, um etwas über sogenannte Verschwörungstheorien zu schreiben.

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Eine andere Gesellschaft ist (un-)möglich: Kommentar

Meines Erachtens hatte diese Krise vor allem dafür gesorgt, den Fokus der Aufmerksamkeit, zumindest für einige Momente, auf die wirklich fragilen Konstruktionen von Gesellschaft, Markt und Organisation zu lenken. Wir sehen so zum Beispiel im Bildungsbereich die Auswirkungen vor allem auf diejenigen, die ohnehin schon durch geringeres Einkommen und möglicherweise niedrigeren Bildungsabschlüssen gebeutelt waren.

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Eva und Adam

Kürzlich wurden alte Schriftrollen in Syrien gefunden, die die Geschichte um Adam und Eva etwas anders darstellen, als gemeinhin bekannt. Mittlerweile scheint sich der Mainstream der anerkannten Wissenschaftler und Bibelforscher darüber einig zu sein, dass diese neuen Erkenntnisse viel mehr Sinn ergeben, als die bisherige Darstellung.

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Vergleiche

Über Facebook sah ich leider in meiner Chronik ein verlinktes Video eines Interviews mit Peter Hahne. Hahne redet Klartext und nicht wenige kommentierten, dass sie das auch so sehen. Ich gebe zu, ich habe nicht die ganzen 20 Minuten ertragen können. Der Ausschnitt, den ich sah, begann mit. „Uns fehlen 100 von Ärzten auf dem Land ….. aber wir haben Geld, um Flüchtlingen die 800 EUR Taxifahrt vom Flughafen nach Hause zu bezahlen!“

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